Triumphwagen mit der Personifikation von Frieden
Art Collection of the University Göttingen

Triumphwagen mit der Personifikation von Frieden

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Art Collection of the University Göttingen

Während im Text des vorhergehenden Stichs die Betonung der Toleranz (Tolerantia) im historischen Kontext des niederländischen Aufstandes besondere Bedeutung erlangt, unterstreicht der Autor nun Einigkeit und Einmütigkeit (Unanimitas). Damit geht van Haecht weiter als die in der niederländischen politischen Kultur gängige Hervorhebung der Concordia (Eintracht). - Der Triumphwagen des Friedens wird von den Pferden Concordia (Eintracht) und Utilitas (Gemeinnutz) gezogen. Die Pferde schauen sich gegenseitig an und sind mit Frucht und Lorbeergirlanden geschmückt. Auf dem Kopf tragen sie festlichen Blumenschmuck. Hinter den Pferden zu Fuß geht die Wahrheit (Veritas), die (wie alle Allegorien der Serie in dieser Position) im Gegensatz zu allen anderen Figuren viel dunkler erscheint. Mit ihren Händen hebt sie ihren Umhang hoch, möglicherweise als Anspielung auf den die religiöse Wahrheit oft bedeckenden Schleier der Unwissenheit. Der Kutscher heißt Amor (Liebe/Gottesliebe), ein junger Mann mit Lorbeerkranz, der in der linken Hand einen Stab mit einem Wimpel hält. Amor schaut von seinem Wagen auf die Achtsamkeit hinunter, die zu - Fuss geht. Auf dem Wagen, der mit Ähren und Fürchten reich behängt ist, thront der Frieden (Pax). Als Zeichen ihres Triumphs ist auch Pax mit einen Lorbeerkranz gekrönt. In der linken Hand hält sie einen weiteren Kranz, in der rechten einen Palmzweig. Vor dem Frieden sitzt Opulentia (Reichtum), eine - junge Frau mit besonderer Kopfbedeckung.Mit ihrer rechten Hand hält sie eine Krone hoch, ein Zepter liegt in ihrer linken Hand. Vor dem Wagen zu Fuß gehen Achtsamkeit - (Diligentia) und Gerechtigkeit (Justitia). Die beflügelte Diligentia hält einen langen Stab mit Wimpel mit ihren beiden Händen. Justitia hat die Augen als Zeichen ihres unparteiischen - Durchblicks verbunden. In der rechten Hand hält sie ein mächtiges Schwert zum Himmel hoch. Globus und Kompass, die allegorischen Instrumente gerechten Abmessens trägt sie in der linken Hand. - Im Bildhintergrund sieht man Bauern, die mit ihren Ochsen Ackerbau betreiben. Andere Figuren holen an einem Brunnen Wasser und tragen es weg. Am linken Bildrand erkennt man ein frisch gepflügtes Feld. Darüber eine befestigte Stadt auf einem Hügel. Auffallend ist die Kirche mit spitzem Turm, daneben ein Tempel. Ein Lichtbogen, welcher der Inschrift ›Veritas‹ (Wahrheit) entspringt, umrahmt Kirche und Tempel – wie es scheint eine symbolische Anspielung auf die leuchtende Wahrheit der beiden Testamente, des Neuen und des Alten.

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