Unknown artist
1503 fertigte Dürer "Das Wappen mit dem Totenkopf". Wie bereits "Das Löwenwappen mit dem Hahn" (vgl. I D 35 der Staatsbibliothek Bamberg) entstand auch diese Wappenansicht zu einer Zeit, in der die ständische Repräsentation durch Hoheitszeichen enorm florierte. Beispielsweise besiedelten unzählige Totenschilde, als Teil der Memorialkultur des Adels und ratsfähigen Bürgertums, die Kirchen der Reichsstadt Nürnberg. Der Künstler zeigt einen tartschenförmigen Wappenschild mit Totenkopf, auf dessen oberer Ecke ein Stechhelm mit geschlossenem Flug als Helmzier sitzt. Als Helmdecke dienen ausladende Arkanthusranken. Das schaurige Wappen wird von einem ungleichen Paar begleitet. Eine Dame mit gesenktem Blick, die durch Tanzkleid und Brautkrone der patrizischen Hochzeitstracht als Nürnbergerin identifiziert werden kann, wird hinterrücks von einem Wilden Mann umschmeichelt, der unterdessen seine Funktion als Wappenhalter vernachlässigt (vgl. Schoch I.105.37). Der vielgerühmte Kupferstich wurde im Vergleich zu zahlreichen anderen druckgraphischen Werken Dürers verhältnismäßig wenig künstlerisch rezipiert.
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