Lovis Corinth · 1913
Den Sommer 1913 verbringt die Familie Corinth in Sankt Ulrich im Grödner Tal im heutigen Südtirol. Prägend für diese Region ist die eindrucksvolle Bergwelt der Dolomiten. Doch zeigt der Maler davon nur einen markant abfallenden Felsen im Hintergrund. Er konzentriert sich auf den sonnenbeschienenen lehmigen Wanderweg vorn im Bild. Dieser Bereich fällt durch den offenen, wild gesetzten Pinselstrich auf. Folgt man dem Pfad über eine kleine, massiv gebaute Holzbrücke in den Wald, lädt in Sichtweite eine rote Bank zur Rast ein. Von hier aus kann ungestört dem leisen Plätschern des Wassers und dem Wind in den Baumkronen gelauscht werden. Das Spiel von Licht und Schatten und der dynamische Pinselstrich prägen die Corinth’sche „Empfindungsmalerei“.
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