Max Kurzweil · 1894
Durch die offene Tür, die auf einen winterlich verschneiten Kasernenhof führt, tritt ein von einem Soldaten geführtes Pferd in ein Krankenzimmer. Behutsam wird der Patient von einem weiteren Soldaten im Bett aufgerichtet. Die Augen hält der Kranke geschlossen, die Hand hat er zu einem liebevollen Gruß erhoben. Sehr erzählerisch gestaltet der Wiener Maler Max Kurzweil diese emotional berührende Szene. Der Zustand des Kranken dürfte ernst sein. Vielleicht handelt es sich bei dem im Titel genannten „lieben Besuch“ auch um einen Abschied für immer. Kurzweils Darstellung aus dem Soldatenalltag entspricht einer realistischen Kunstauffassung. Nur wenige Jahre später wird er sich ganz der Kunst des Jugendstils zuwenden.
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