
Unknown artist
In einer kahlen Küche, die sich nach links zu einem Vorraum erweitert, sitzt im mittleren Vordergrund eine weißgekleidete Frau bei der Arbeit. Sie ist von stillebenhaft angeordnetem Gemüse und Küchengerät umgeben. Ein älterer Mann, von einer weiteren Frau kupplerisch unterstützt, bietet ihr Geld an. Links von dieser Dreiergruppe ein sich küssendes Paar (jüngerer Mann und alte Frau); rechts bietet ein jugendlicher Händler einer Alten, die einen Geldsack umklammert hält, Fische feil. - Stechow zufolge ein ziemlich frühes Bild des Meisters, jedoch nach seiner ersten, hellsten Periode entstanden. Komposition und Kolorit sprechen im Vergleich mit datierten Werken Molenaers hingegen für eine Entstehung gegen Ende seines ersten Amsterdamer Aufenthalts (vgl. die Fröhliche Bauerngesellschaft von 1650 im Mauritshuis, Kat. Den Haag 1985, S. 404, Nr. 407). Der traditionelle Titel des Bildes, Bauernküche , trifft nicht den eigentlichen Bildinhalt. Dargestellt sind vielmehr drei ungleiche Paare, wobei das Anbieten von Fischen ein in der niederländischen Malerei verbreitetes Kopulationssymbol ist. Das seit dem 15. Jahrhundert in Literatur und Malerei beliebte Thema der Ungleichen Liebe wird seit den ersten bekannten Darstellungen, den Stichen des Hausbuchmeisters, meist in Form von Gegenstücken gezeigt: Der Alte und das Mädchen sowie die Alte und der Jüngling. Man verspottete somit die törichten Liebesbemühungen von Greisen einerseits und die Habgier der Jugend andererseits (vgl. K. Renger in Ausst. Braunschweig 1978 sowie zum Thema allgemein A.G. Stewart, Unequal Lovers. New York 1977).
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