
Unknown artist
Dichter Wald bedeckt die rechte Bildhälfte. In ihn führt ein Weg, auf dem der barhäuptige Jesus zwischen zwei Jüngern wandelt (vgl. Lukas 24, 13 ff.). Weiter vorn ein ruhender Wanderer mit Hund. In der Bildmitte eine Burg, auf dem dorthin führenden Weg eine Frau mit zwei Kindern. Links wird der Blick auf zahlreiche Gebäude und eine waldige Berglandschaft freigegeben. - Stechow schrieb das Göttinger Bild, das zuvor als Werk David Vinckboons galt, einem der Gillis van Coninxloo nahestehenden Frankenthaler Maler zu. Ein etwa maßgleiches Landschaftsbild (30 x 47 Zoll), Vinckboons zugeschrieben und mit vergleichbaren Motiven besetzt, war 1784 in einer Wiedenbrücker Privatsammlung (F. L. Bartscher, Beschreibung einiger Gemälde aus der Bildersamlung des Dechanten Harsewinkel zu Wiedenbrück. Holzminden 1784. Neu hrsg. von F. Flaskamp, Münster 1937, S. 52, Nr. 95): "Eine considerable Landschaft, welche jedoch wegen dem grossen Reichthum der Zusammensetzung beynahe übertrieben zu seyn scheinet; unter die Menge der Gegenstände finden sich Städte, Dörfer, Flecken, Schlösser, Baurenhöfe, Mühlen, Flüsse, Teiche, Vögel, Gänse, Hühner, Schaafe, Hunde, Menschen, Brücken, Berg und Thal etc." Die von Stechow (briefl. 1961) erwogene Identität mit dem Zschornschen Gemälde ist nicht zwingend. Der Baumschlag im rechten Vordergrund einschließlich der Emmaus-Gruppe und der Burg samt hinführender Brücke ist sehr ähnlich auch auf einem Gemälde im Schloß Pommersfelden zu finden (Nr. 376, Art des Gillis van Coninxloo). Die Übereinstimmungen lassen wenn nicht auf einen direkten Zusammenhang, so doch aber auf ein gemeinsames Vorbild schließen. -
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