
Unknown artist
Codde schildert eine Episode aus dem Soldatenleben: Im Vordergrund links vor Zuschauern eine galante Rauferei; rechts am Kamin zwei Soldaten im Gespräch, ein weiterer schläft im mittleren Hintergrund. Der zerbrochene Krug, der auffällig rechts neben den Galan und die Schöne gesetzt ist, dürfte deren verlorene Unschuld meinen, so daß ihr Sträuben als vorgetäuscht erscheint. Die beiden überkreuzten Holzscheite im Vordergrund wiederholen die Lage des Paares. - Zschorns Zuschreibung le Duc meint wahrscheinlich Coddes Utrechter Zeitgenossen Jacob Duck, der gleichfalls durch die Darstellung fröhlicher Gesellschaften hervorgetreten ist. Bode erkannte unser Bild im Vergleich mit dem 1628 datierten Dresdener Gemälde (Kat. 1930, S. 47, Nr. 1387) als ein Werk Coddes aus dieser Zeit. Stechow schlug hingegen "nach 1635" vor. Zum Vergleich kann das 1635 datierte Bild in der Wiener Akademie der Bildenden Künste herangezogen werden, das eine ähnlich bewegte, monochrom gehaltene Komposition zeigt (vgl. H. Hutter/R. Trnek, Führer durch die Schausammlung. Wien 1983, Abb. S. 29). - Van Marseveen und Kersten beschreiben das Göttinger Bild als ein charakteristisches Beispiel für Coddes Wachstuben-Szenen der dreißiger Jahre (Kat. Münster/Osnabrück 1998/99, S. *). - Eine verputzte Kopie im gleichen Format befindet sich im Cleveland Museum of Art (vgl. European Paintings of the 16th, 17th, and 18th Centuries. Cleveland 1982, Nr. 96; dort von Stechow nach 1640 datiert). -
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