
Unknown artist
Schon Fiorillo erkannte, daß es sich um eine Kopie nach Baroccis 1582 datiertem Altarbild in Senigallia, Santa Croce, handelt (vgl. H. Olsen, Federico Barocci. Kopenhagen 1962, Nr. 33). Das Werk wurde durch Aegidius Sadeler gleichsinnig gestochen (Hollstein XXI, S. 19, Nr. 55). - Gemalte Kopien sind u.a. im Kunstmuseum Solothurn (als Otto van Veen; Kat. 1931, S. 78f.), in der Antwerpener Kathedrale (Hinweis J. Müller-Hofstede, Bonn) und in der Slg. Count Seilern (Kat. London 1961, Nr. 249). Die Ausführung der Seilernschen Kopie wird Hans von Aachen zugeschrieben, auf dessen im einzelnen abweichenden Magdalenen-Altar im Bonner Münster die Figur der Magdalena wörtlich zitiert ist (A.R. Peltzer, Der Hofmaler Hans von Aachen. Seine Schule und seine Zeit, in: Wiener Jahrbuch 30/1911 - 12, S. 82). Auch die rückseitige Bezeichnung unseres Bildes, 'Jean Ach le Jeune' dürfte auf Hans von Aachen zu deuten sein; 'Borutius' ist eine fehlerhafte Wiedergabe des zu 'Barotius' latinisierten Namens Barocci. Trotz der Bezeichnung und der von Peltzer dargelegten Bedeutung von Baroccis Grablegung für Hans von Aachens Werk kann ihm die Göttinger Kopie nicht zugeschrieben werden, deren Kolorit auf flämischen Ursprung weist. - Nikodemus, Joseph von Arimathia und Johannes tragen den Leichnam Christi. Am geöffneten Grab vorn rechts kniet Maria Magdalena neben einem vornüber gebeugten Jüngling. Links vor der Hauptgruppe die Grabplatte mit Leidenswerkzeugen, links dahinter die drei Marien. In der Ferne Golgatha und Jerusalem.
Sign in to order prints, canvas, and more of this work. Browsing and full-resolution downloads stay free.