
Unknown artist
Auf dem Leichentuch liegt vorn auf felsigem Grund der Körper Christi ausgestreckt. Links drei Engel, die das Wundmal der rechten Hand betrachten und beweinen. Vor Christus die drei Kreuzesnägel; rechts neben seinem Kopf die Dornenkrone. - Freie Abwandlung einer Komposition des Anton van Dyck, ehem. in der Antwerpener Minderbroederkerk, heute im Koninklijk Museum Antwerpen (Kat. 1959, Nr. 404; vgl. A. Monballieu, Cesare Alessandro Scaglia en de Bewening van Christus door A. van Dyck, in: Jaarboek Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen, 1973, S. 247 ff.). Das Göttinger Bild ist gegenüber van Dycks Gemälde seitenverkehrt angelegt, also dem in Amsterdam tätigen Elliger wohl durch den Nachstich Schelte a Bolswerts vermittelt worden (Hollstein III, Nr. 30; Monballieu, Abb. 12). Dort wie auf dem Antwerpener Gemälde ruht das Haupt Christi im Schoß der Maria, die auf dem Göttinger Bild fortgelassen ist. Weiterhin ist der bei van Dyck auf die Wundmale Christi weisende Johannes durch die Zufügung von Flügeln in einen Engel verwandelt worden, wodurch Elliger die ursprüngliche Beweinung Christi vollends zur Engelpietà umdeutete. -
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