Galantes Paar
Art Collection of the University Göttingen

Galantes Paar

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Art Collection of the University Göttingen

Die Zuschreibungen schwanken zwischen Ovens (Zschorn, Fiorillo), Dirck Hals (Bode), Quast (Hofstede de Groot, mündl.), Quast oder Palamedes (Bernt, briefl.) und Jan Olis (Gudlaugsson, briefl.). Auch Stechow, der wie bereits Schmidt die Zuschreibung an Ovens und Hals ablehnte, sah in dem Bild die Art des Pieter Quast . Keine der Attributionen kann letztlich überzeugen. Anzumerken ist, daß das gezierte Bewegungsmotiv des Mannes einschließlich seiner Kopfwendung von Willem Buytewech erfunden und in der Haarlemer Genremalerei aufgegriffen wurde (vgl. Willem Buytewech. Katalog der Ausstellung Rotterdam, Museum Boymans-van-Beuningen 1974/75, Nr. 83). Auch der lokkere Vortrag läßt an einen Maler der Haarlemer Schule denken, wie schon Bode vermutete. Der Griff zum weiblichen Gewand spricht als Zeichen der erotischen Annäherung für sich, doch stimmt die Fingerhaltung des Mannes auffällig mit einem bekannten und in zahlreiche Ehepaarbildnisse übernommenem Emblem des Jacob Cats überein: Dort wird in gleicher Weise der Stiel einer Weintraube behutsam ergriffen. Symbolisiert Cats' 1618 in Maechden-plicht veröffentlichtes Emblem die Keuschheit, so könnte mit unserem Gemälde ein ironisches Gegenbild entworfen sein (zu Cats vgl. E. de Jongh, Grape Symbolism in Paintings of the 16th and 17th Centuries, in: Simiolus 7/1974, S. 166ff.).

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