Junge Frau mit brennender Kerze
Art Collection of the University Göttingen

Junge Frau mit brennender Kerze

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Art Collection of the University Göttingen

Ein Nachstück mit junger Frau in ausgeschnittenem Kleid. In der rechten Hand trägt sie einen Messingleuchter mit brennender Kerze, deren Licht auf ihr leicht zur Seite gewandtes Gesicht fällt, mit der Linken hebt sie die Schürze. Im Hintergrund rechts ein Orangenbaum im Kübel, links eine Gartenfigur, jeweils nur undeutlich zu erkennen. - Die Zuschreibung an Boonen stammt von Zschorn. Sie ist möglich, aber nicht zwingend, zumal das rückseitige Monogramm bisher nicht aufgelöst werden konnte. Stechow datierte das Bild in Boonens Spätzeit. Das Motiv - weibliche Halbfigur mit brennender Kerze - geht zurück auf Gerard Dou (vgl. W. Martin, Gerard Dou. Des Meisters Gemälde. Stuttgart/Berlin 1913, Tf. 152-160) oder auf Boonens Lehrer Godfried Schalcken (vgl. das besonders verwandte Bild in der Royal Collection, Kat. London 1982, Nr. 181 m. Abb.) und ist auch unter den gesicherten Werken Boonens häufig. Auf einigen Gemälden Schalckens konnte die brennende Kerze bzw. ein Kohlebecken als Symbol der Liebesglut entschlüsselt werden (vgl. Sprache der Bilder. Ausstellung Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum 1978, Nr. 32, 33, vgl. auch Nr. 15). Dieser erotische Hintersinn, verstärkt durch die zum Schutz der Flamme gehobene Schürze, mag auch dem Göttinger Gemälde zu Grunde liegen. Eine zweite Fassung der Komposition war am 18.12.1957 in der Versteigerung Van Marle, De Sille und Baan, Rotterdam (Nr. 212 m. Abb.; Holz, 39 x 31 cm, Schalcken zugeschrieben). -

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