Kircheninneres
Art Collection of the University Göttingen

Kircheninneres

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Art Collection of the University Göttingen

Blick nach Osten in eine fünfschiffige gotische Basilika. Der Chor ist durch einen Lettner abgeschlossen. An den Pfeilern Altarbilder: links der Einzug Jesu in Jerusalem, dahinter die Verkündigung, vor dem Lettner die Kreuzigung, rechts die Anbetung der Könige. Das seit Zschorn Pieter Neefs d. Ä. zugeschriebene Gemälde wurde 1972 von Lucius Grisebach als Werk des jüngeren Hendrik van Steenwijk erkannt (Notiz in den Sammlungsakten). Zwei seiner Kircheninterieurs, die eine gleichartig angelegte Architektur aus übereinstimmendem Blickwinkel zeigen, bestätigen die Zuschreibung (London, National Gallery, Kat. 1970, S. 243, Nr. 1284; Dresden, Gemäldegalerie Nr. 1184, vgl. H. Jantzen, Das niederländische Architekturbild. Leipzig 1910, Nr. 452 und Abb. 9). Beide Bilder sind signiert und 1603 bzw. 1609 datiert. Auch das unsrige gehört in die frühe, stark von den Kompositionen des Vaters beeinflußte Phase. Die Inschrift der vom rechten Bildrand überschnittenen Totentafel ist als Datierungshilfe untauglich (HIER / BEGR / INT / JAER / 162 [?]). Die Architektur ist in allen drei Fällen eine freie Paraphrase der Antwerpener Kathedrale; auf dem Göttinger Gemälde ist zwischen Vierpaßfries und Obergadenfenster ein Trifonum eingefügt. Stechow erwog die Ausführung der Figurenstaffage durch Frans Francken II. Jan Bruegel d.Ä., mit dem Steenwijk zwischen 1603 und 1615 mehrfach zusammengearbeitet hat (vgl. K. Ertz, Jan Bruegel d. Ä. Die Gemälde. Köln 1979, S. 508 ff.), kommt jedenfalls nicht in Betracht. -

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