
Unknown artist
In der Bildmitte vorn ein stehender, reich gekleideter und gekkenhaft posierender Mann, neben ihm eine Lautenspielerin. Zwischen beiden wird der Blick geöffnet auf ein Paar im Gespräch. Im linken Hintergrund die Gestalt eines grotesken Tänzers, der im Zusammenhang der ruhigen Gesellschaftsszene befremdlich wirkt. An der Wand ein Landschaftsgemälde im Stil der monochromen Phase der holländischen Malerei. - Ein von Stechow noch gesehener, heute verlorener rückseitiger Aufkleber wies das Gemälde Palamedes zu, dem Quasts Gesellschaftsstücke tatsächlich näher stehen als sein Adriaen Brouwer und Isaac van Ostade verpflichtetes Bauerngenre. Dies gilt auch für die Heitere Gesellschaft in der Hamburger Kunsthalle (vgl. Kat. 1956, S. 122, Nr. 391); der Tänzer begegnet dort in annähernd identischer Pose an gleicher Stelle der Komposition. Für dieses Motiv des Göttinger Bildes hat Stechow auf die Zeichnung eines tanzenden Mannes in Dresden aufmerksam gemacht (vgl. W. Bode/W.R. Valentiner, Handzeichnungen altholländischer Genremaler. Berlin 1907, Nr. 13), die jedoch nicht als vorbereitende Studie, sondern als Wiederholung des allgemeinen Typs anzusehen ist. In der Gestalt des vermummten Tänzers klingt eine bildnerische und literarische Tradition des 16. Jahrhunderts nach, Mummenschanz und Maskerade zu den verwerflichen weltlichen Tätigkeiten zu rechnen (vgl. K. Renger, Joos van Winghes Nachtbancket met een Mascarade und verwandte Darstellungen, in: Jahrbuch der Berliner Museen 14/1972, S. 161 ff.). Der auffällig vereinzelt gegebene Tänzer verweist ebenso wie das Trinkgeschirr und das Lautespiel auf das die Zeit vertreibende, doch nutzlose Tun der protzigen Gesellschaft. -
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