
Unknown artist
Das Göttinger Bildnis einer Dame im Grünen zeigt die ganzfigurige Abbildung einer jungen Frau, die mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einer hölzernen Parkbank sitzt. Ihr Körper ist leicht vom Betrachter abgewendet und auch ihr Blick schweift am Betrachter vorbei in die Ferne. Ihr jugendliches Gesicht ist leicht gerötet. Über ihre Schultern fallen lange, blond gelockte Haare. Das Kleid der Frau ist aus zartem, weißem und leicht durchscheinendem Stoff gefertigt, tief dekolletiert und wird in der Taille durch ein braunes Korsett zusammengerafft. Sie trägt kaum Schmuck und flache, schwarze Schuhe. Ihre rechte Hand hält eine Blumenranke locker auf ihrem Schoß, während die linke auf die Lehne der Bank aufgestützt ist und leicht den Henkel eines Blumenkorbes berührt. Die Szene ist in eine Parklandschaft eingebunden, die sich lediglich in der linken oberen Bildecke in die Tiefe öffnet. Die junge Frau selbst ist von dichten, grünen Bäumen hinterfangen, was der gesamten Szenerie eine abgeschlossene, private und intime Atmosphäre verleiht. Dieser Eindruck wird durch die lockere Kleidung der Frau sowie ihren abwesenden Blick unterstützt. Das Bildnis ist von einer zwischen Klassizismus und Biedermeier changierenden Kunstauffassung geprägt, die entfernt an die Werke eines Thomas Gainsborough oder George Romney erinnert.1 Anhand dieser stilistischen Kriterien lässt es sich in die Zeit etwa zwischen 1810 und 1830 einordnen. In der Familie der Vorbesitzerin des Bildes ist eine Notiz überliefert, dass das Porträt aus der Hand Franz Xaver Winterhalters stammt. Das Bild selbst ist jedoch weder signiert noch datiert und es bestehen berechtigte Zweifel an der Urheberschaft Winterhalters.
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