
Bosshard, Silvia und Christoph
Bemaltes Plakat aus Holz für das Kaspertheater auf dem Petersplatz während der Herbstmesse in Basel mit Kasper-Kopf und Ankündigung wann und wo die Aufführungen stattfinden werden; täglich 14:30 und 16:30 Uhr, im Zelt in der Mitte. Dauer 40 Minuten.Die Liestaler ‹Tokkel-Bühne› wurde 1978 von Silvia und Christoph Bosshard gegründet. In den 1970-er Jahren erlebte das Figurentheater international einen Aufschwung und wurde zu einer Kunstform, bei der mit neuen Stoffen und Ideen experimentiert wurde; die meisten neuen Gruppen boten (wie die Tokkel-Bühne) nebst Aufführungen für Kinder auch Figurentheaterabende für Erwachsene an.Der Name ‹Tokkel› stammt vom mittelhochdeutschen Ausdruck ‹tocke› oder ‹docke› für eine Puppe, ‹gauckel tocke› und ‹tockenspiel› verweisen bereits auf Puppenspiele. Das Ehepaar Bosshard erlebte mit der ‹Tokkel-Bühne› eine über vierzigjährige Künstlerkarriere. Mit einem selbstgebauten, mobilen Theaterzelt in einer Grösse von elf auf sechs Metern waren sie jeweils vom Frühling bis Spätherbst unterwegs und bespielten die ganze Schweiz, aber auch Italien, Deutschland und Österreich – um die 40 Spielorte pro Jahr. Den Abschluss bildete jeweils das ‹Kasper-Theater› an der Basler Herbstmesse auf dem Petersplatz, das in der Region grosse Bekanntheit genoss. Da die Kinder des Ehepaars mitreisten, wurde jeweils eine Lehrperson engagiert, die zusätzlich beim Theaterbetrieb mithalf.Seit 1975 sind Silvia und Christoph Bosshard für 32 Eigenproduktionen verantwortlich; während ihrer aktiven Tournee-Jahre erarbeiteten sie jedes Jahr in den Wintermonaten ein neues Stück. Das Ehepaar erprobte dabei nicht nur unterschiedliche Stückvorlagen wie literarische Werke, Dramen und Märchen sowie die Einbindung verschiedener Ausdrucksformen wie Musik und Gesang, Christoph Bosshard baute auch alle Figuren selbst. Höhepunkte ihrer Karriere waren die Mitarbeit an zwei Theaterproduktionen am Opernhaus Zürich mit Puppenszenen: 1982 im Monteverdi-Singspiel ‹Il ballo delle ingrate› unter der Regie von Jean-Pierre Ponnelle und der musikalischen Leitung von Nicolas Harnoncourt, und 1984 im Vorspiel der Oper ‹Saul›.Nach der Pensionierung des Ehepaars wurde die Sammlung der ‹Tokkel-Bühne› mit ihren künstlerisch vielfältigen Figuren in den Jahren 2024/25 zum Teil dem Schweizer Figurentheater-Museum in Fribourg, zum Teil der Stadt Liestal übergeben.Die Puppenspielfiguren sind unter den Nummern DIST-000015544 bis DIST-15557 im System abgelegt
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