
Unknown artist
In einer offenen Landschaft, rechts von einem Baum begrenzt, stehen vier Jagdhunde. Sie haben schlanke Körper und hohe Beine, ihr helles Fell ist mit dunklen Flecken übersät. Der Hund rechts im Bild ist signifikant größer als seine drei Artgenossen. - Vor den Tieren auf dem Boden liegen eine Peitsche und eine Kette. Im Hintergrund rennen weitere Jagdhunde von rechts nach links über einen Hügel. Das Göttinger Exemplar der Grafik ist nicht mit einer Innschrift, jedoch mit dem Wappen der Familie Walpole versehen. Dies legt nahe, dass es sich um eine Reproduktionsgrafik nach einem Gemälde aus der Galerie der Familie Walpole in Houghton Hall, Norfolk, handelt. Der erste Premierminister Englands, Robert Walpole, legte diese von Zeitgenossen als herausragend in ganz Europa gerühmte - Sammlung an. Sie wartete mit Werken italienischer und flämischer, aber auch zeitgenössischer britischer Künstler auf und diente neben persönlichem Kunstgenuss ebenso der Eigenrepräsentation des umstrittenen Politikers. Ein Künstler, den Walpole protegierte, war John Wootton, ein Pionier der sogenannten - sporting art. Dieser war für seine Gemälde von Jagdpartien sowie seine Porträts edler Pferde oder Jagdhunde bekannt. Tatsächlich wurde die Grafik von Richard Earlom nach einem Gemälde John Woottons gefertigt. Robert Walpole, der das Bild wahrscheinlich selbst in Auftrag gegeben hat, war leidenschaftlicher Jäger und Houghton Hall diente ihm als Jagd- und Landsitz.Es irritiert, dass die Reproduktionsgrafik Earloms vermutlich 1780 angefertigt wurde, denn die Sammlung Walpoles wurde 1779 an Katharina die Große von Russland verkauft. In der Eremitage, in der die Werke heute verwahrt werden, findet sich zudem kein mögliches Vorbildgemälde Woottons zu dieser Grafik, was darauf schließen lässt, dass das Bild aus dem Verkauf ausgenommen war. Bereits 1775 hatte der Londoner Verleger John Boydell Reproduktionsgrafiken nach den Gemälden der Walpole-Sammlung herausgegeben, an denen Earlom mitgewirkt hatte, die Portraits of Hounds scheinen jedoch nicht Teil dieses Projekts gewesen zu sein. Bemerkenswert und ein für Earlom typisches Stilmittel ist, dass hier keine reine Mezzotinto zum Einsatz kam, sondern eine Mischtechnik aus Mezzotinto, Punktierstich und Radierung verwendet wurde.
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