Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen kapituliert vor Karl V.; Aus: Die Siege Kaisers Karls V.
Art Collection of the University Göttingen

Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen kapituliert vor Karl V.; Aus: Die Siege Kaisers Karls V.

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CC0 — Public Domain
Art Collection of the University Göttingen

Der Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen (1503-1554) tritt barhäuptig und mit ausfallendem Schritt den kaiserlichen Reitern entgegen, die auf einer Anhöhe stehen. Er trägt einen Mantel über dem Harnisch und greift sich an die Brust. Hinter ihm fällt der Blick auf das Elbtal, in dem Kriegstreiben herrscht. - Kaiser Karl V. (1500-1558) sitzt in antikischer Rüstung auf einem Schlachtroß zwischen seinem Bruder Ferdinand und dem Herzog Alba. Er ist an seinem typischen spitzen „Habsburger Kinn“ und an der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies zu erkennen. Die Pferde sind phantasievoll gepanzert und tragen die Wappen ihrer Reiter vor der Brust. Hinter der Reitergruppe, zwischen dem Bildrand und einer Baumgruppe, ist ein Teil der kaiserlichen Reiterei zu sehen. - Die Schlacht bei Mühlberg im Jahre 1547 beendete die Auseinandersetzung zwischen dem katholischen Lager unter der Führung Karls V. und den Protestanten. Deren Anführer Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Landgraf Moritz von Hessen wurden gefangen genommen und zu mehrjährigem Hofdienst verurteilt. - Das Blatt gehört zu einer Serie von 15 Stichen, welche die Siege Kaiser Karls V. verherrlichen. Unter der Szene ist neben der Jahreszahl 1547 in zwei kurzen Zeilen das Geschehen beschrieben. Hieronymus Cock gab 1556 in Antwerpen die Serie heraus. Die Vorlagen dazu lieferte Maarten van Heemskerck, gestochen wurden sie von Dirck Volkertsz. Coornhert und Cornelis Bos. Zum Zeitpunkt der ersten Auflage stand Karl V. am Ende seiner politischen Macht. Sein Sohn Philipp II. von Spanien hatte die Regierung über die Niederlande übernommen. In dem Schriftzug des Titelblattes ist die Serie dem Thronfolger gewidmet. Sie verherrlicht den starken Herrscher, der durch militärische Macht sein Reich zusammenhält und seine Feinde besiegt. Es ist ein Idealbild, das von Karl V. gezeigt wurde, ihm sollte Philipp II. nachstreben. Das durch die Glaubensspaltung und durch die vielen Kriege politisch und finanziell arg gebeutelte Land, setzte die Hoffnung in den Nachfolger. - Zwischen 1556-1640 erfuhr die Serie noch sechs weitere Auflagen, wobei kleine Änderungen unter den wechselnden Herausgebern vorgenommen wurden. - Der spanische Kavalleriegeneral Luis Avila y Zuniga überlieferte die hier dargestellte Szene in seinen „Commentario de la guerra de Alemana“. Nachdem der Kurfürst gefangen genommen und er auf seinem Pferd dem Kaiser vorgeführt wurde, unterwarf er sich diesem. Dagegen läßt Heemskerck Johann Friedrich von Sachsen zu Fuß und barhäuptig den Hügel erklimmen. Er scheint allerdings aus eigenem Antrieb vor den siegreichen Feldherren zu treten. Der Besiegte hat seine Fehler eingesehen und erkennt Karl V. als seinen Kaiser an.

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