
Frei, Hans
Die Vorderseite zeigt den Kopf eines älteren Herren mit Bart im Profil. Text darüber ist "DR F.IMHOOF-BLUMER", "1838-1920". Unter dem Kopf steht die Prägung "HANS FREI".Auf der Rückseite ist die Darstellung einer Burg, wahrscheinlich des Schlosses Thun, auf einem Hügel, mit Kontouren von Bergen im Hintergrund, zu sehen. Darunter ist der Text "SCHWEIZ. NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT THUN 1923" lesbar.******************************************************************************************************************Es handelt sich um eine Gedenkmünze zum Numismatiker Dr. F. Imhoof-Blumer.Friedrich Imhoof-Blumer (* 11. Mai 1838 in Winterthur; † 26. April 1920 ebenda) war ein Schweizer Numismatiker. Nach seiner Schulzeit durchlief er eine kaufmännische Lehre, um anschließend in die elterliche Firma einzusteigen. Schon im Alter von 12 oder 13 Jahren sammelte Imhoof-Blumer Münzen, zuerst schweizerische und moderne, ab den frühen 1860er Jahren zunehmend auch griechische. Im Jahr 1866 erwarb er rund 2'000 griechische Münzen (und Kleinbronzen) aus der Sammlung des Basler Kaufmanns und Rothschild-Agenten Christian Fischer. Diese Sammlung bestimmte fortan sein sammlerisches Interesse, das sich nun zur griechischen und römischen Antike verlagerte.Imhoof-Blumer konnte auf gekonnte Weise die Numismatik mit verwandten Fächern wie Griechische Mythologie, Philologie und Archäologie verknüpfen und er legte die Grundlagen für neue und noch heute gültige Forschungsmethoden, zum Beispiel die Stempelanalyse. Damit zählt er bis heute zu den bedeutendsten Kennern der antiken Numismatik und ist einer der Pioniere der wissenschaftlichen Numismatik. Im Münzkabinett Winterthur befinden sich weit über 10'000 Münzen der Sammlungen von Imhoof-Blumer und rund 135'000 Gipsabgüsse sowie etwa 30'000 Siegellackabdrücke und Abriebe in Papier. Diese Sammlung gilt noch heute als ein wichtiges Referenzinstrument, weil sie zahlreiche griechische Münzen dokumentiert, die heute nicht mehr greifbar sind. ***************************************************************************************************************ZUM MEDAILLEUR: Hans Frei (* 30. April 1868 in Basel; † 14. März 1947 in Riehen) war ein Schweizer Medailleur, Graveur, Ziseleur, Schmuck-Modelleur und Bildhauer.Frei absolvierte in Basel eine Lehre als Graveur. Nach Abschluss der Lehrzeit arbeitete er weiter im Lehrbetrieb und besuchte Abendkurse an der «Zeichnungs- und Modellierschule der Gesellschaft des Guten und Gemeinnützigen», der Vorgängerin der heutigen Allgemeinen Gewerbeschule. Ab 1889 ging Frei auf Wanderschaft und hielt sich uA in Konstanz und München auf. In Wien besuchte Frei die Goldschmied- und Ziselierschule von Stefan Schwartz. Weitere Stationen waren Böhmen, Dresden, Berlin, Hamburg und Köln.Wieder in Basel, arbeitete er bei seinem ehemaligen Lehrmeister und besuchte die Allgemeine Gewerbeschule. Mit Hilfe eines Stipendiums konnte Frei für ein Jahr an der École des arts industriels in Genf studieren. 1894 besuchte Frei die École nationale supérieure des arts décoratifs in Paris und studierte im Bildhaueratelier der Académie Julian ebenfalls in Paris. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit dem Herstellen von Modellen für Bijouterie- und Goldwarenfabriken sowie Medaillen, die seinen späteren Ruf begründen sollten.1898 kehrte Frei nach Basel zurück und wurde ein international gefragter Medailleur. Frei erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, so 1900 an der Weltausstellung in Paris und 1910 an der Weltausstellung in Brüssel sowie 1911 und 1913 an der internationalen Kunstausstellung im Glaspalast München. Frei gestaltete auch Metallreliefs für steinerne Grab- und Denkmäler, die bekanntesten für Albert Anker in Ins und für den Conrad-Ferdinand-Meyer-Brunnen in Engelberg. Neben Plaketten hat er um 1914 für die schweizerische föderale Regierung auch Steuermarken gestaltet, die ab 1915 ausgegeben wurden.Freis Œuvre umfasst über 450 Medaillen und Plaketten für Jubiläen und andere Anlässe, vor allem für Schützenfeste. Frei erlitt 1941 einen Schlaganfall und musste, weil er seither einseitig gelähmt war, seine Tätigkeiten aufgeben.
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