
Unknown artist
Der Triumphwagen des Krieges wird von den Pferden Perditio (Verderben) und Vastitas (Verwüstung) gezogen. Perditio trägt prunkvollen Kopfschmuck mit Federn und einen geschmückten Überwurf mit einer von Schlangen umrahmten Fratze. Die Inskription ›Perditio‹ dient in diesem Bild einem doppelten Zweck. Zum einen gibt sie den Namen des Pferdes an. Zum anderen fungiert das Verderben als Leseschlüssel der Hintergrundszenen. Im linken Hintergrund sieht man einen Menschen, der einen anderen mit einem Messer oder einem Dolch angreift. Dahinter läuft eine Handvoll Figuren - mit Fahnen und Speeren bewaffnet in Richtung einer in Flammen stehenden Stadt. Nur die Kirche ganz links am Bildrand ist (noch) heil. Das Pferd Vastitas trägt eine Rüstung, die mit Löwenköpfen geschmückt ist. Auf dem Brustschild der Verwüstung sieht man wie ein Löwe ein Lamm frisst. Hinter den Pferden zu Fuss geht der Streit (Rixa). Im Gegensatz zu allen anderen Figuren erscheint sie – wie die Böswilligkeit im vorherigen Stich – viel dunkler. Mit düster verdrehten Augen applaudiert sie beim Anblick der lichterloh brennenden Stadt. Der Kutscher heißt Furor (Raserei). Er hält eine brennende - Fackel in seiner linken Hand; hinter ihm türmen sich Speere und Helme auf. Seine Haare stehen zu Berge, sein Gesichtsausdruck erscheint verrückt. Mit seinem linken Fuss tritt er auf eine hilflos klagende Fratze. Auf dem Wagen thront der allmächtige Krieg (Bellum). Er sitzt auf einer Trommel. Dem Verderben ähnlich ist seine Rüstung mit Löwenköpfen geziert. Aus seiner rechten Hand ragt ein mächtiges Schwert in den Himmel. In der linken Hand hält er ein Blitzbündel. Vor ihm kauert die Demut (Humilitas), eine alte Frau, ihr Kleid zerfetzt, ihr Haupt nach vorne geneigt. Vor dem Wagen zu Fuß gehen Blasphemia (Gotteslästerung) mit herausgestreckter Zunge und Fames (Hunger), die an einem Knochen nagt und eine rohe Artischocke in ihrer rechten Hand hält. Der hintere Teil des Kriegswagens ist mit Fahnen, Speeren und Lanzen beladen, darunter die Inschrift Crudelitas (Grausamkeit). Drei gefesselte Gefangene sind klar zu erkennen. Dahinter eine Menschenmenge, vermutlich Soldaten, viele mit Lanzen und Speeren bewaffnet. Zwei Pferde ziehen einen Wagen, der mit Kriegsbeute beladen ist. Auch im weiteren Bildhintergrund sieht man Soldaten mit Speeren und Schutzschilden.
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