Schlittschuhläufer vor dem St. Georgstor in Antwerpen
Art Collection of the University Göttingen

Schlittschuhläufer vor dem St. Georgstor in Antwerpen

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Art Collection of the University Göttingen

Auf dem zugefrorenen Wassergraben vor dem St. Georgstor von Antwerpen tummeln sich alte und junge Menschen auf dem Eis. Über die Brücke vor dem Stadttor ziehen Pferdewagen und winterlich gekleidete Fußgänger. Einige lehnen über dem Geländer und beobachten die Menschenmenge auf dem Eis. Im Vordergrund bewegen sich mehrere Personen unsicher auf Schlittschuhen. Einigen gelingt das Laufen bereits, den Anderen bleibt der Spott der Zuschauer nicht erspart. Auf der Eisfläche im Hintergrund sieht man diejenigen, die schon sicherer auf den Kufen unterwegs sind.Das Thema „das Vergnügen auf dem Eis“, war in den Niederlanden seit jeher von großer Bedeutung. Besonders während der sogenannten kleinen Eiszeit von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. In dieser Zeit waren die Winter ungewöhnlich kalt und sorgten dafür, dass die Grachten, Flüsse und von Zeit zu Zeit auch die Binnenmeere zufroren. Dadurch entwickelten sich die Schlittschuhe zum idealen Fortbewegungsmittel, zugleich dienten sie zur Freizeitbeschäftigung. Für die Schlittschuhproduktion wurden nicht mehr Tierknochen verwandt, da Eisenkufen eine größere Geschwindigkeit ermöglichten. Diese zum Fuß hin breiter werdenden Eisenkufen wurden mit Hilfe von Bändern an den Schuhen befestigt. - Neben dem herkömmlichen Schlittschuhlaufen gab es aber auch noch andere Möglichkeiten sich auf dem Eis zu vergnügen. Sehr beliebt war das Spiel Colf, das eine Mischung aus Golf und Hockey darstellt. Zum Colf benötigte man einen Schläger mit einer Kelle aus Holz, Leder oder Eisen.Die Bälle wurden aus Schafshaut, gefüllt mit Rinderhaaren, oder aus Holz hergestellt. Es gab zwei Spielvarianten für zwei bis vier Spieler. Entweder versuchte man, eine möglichst große Weite mit einer festgelegten Anzahl an Schlägen zu erreichen, oder man musste ein Ziel mit einer möglichst geringen Anzahl an Schlägen erreichen. Wie beim Golf wurden die Ergebnisse auf kleinen Täfelchen festgehalten, die jeder Spieler mit sich führte. - Bruegel zeigt in seiner Komposition noch eine weitere typische Fortbewegungsmethode, die vor allem von Kindern genutzt wurde. Am unteren Bildrand sitzt ein Kind auf einer Art Schlitten, das sich mit Hilfe von Stöcken fortbewegt. Dieser Typ des Schlitten, der prikslee, wurde anfangs ebenfalls wie die Schlittschuhe aus Knochen hergestellt, später verwandte man auch hier Eisenkufen. Hier ist jedoch das ursprüngliche Modell dargestellt, das aus einem Unterkieferknochen eines Pferdes hergestellt wurde. Schlittschuhszenen als Bildthema wurden vor allem durch die Graphiken und Gemälde von Pieter Bruegel beliebt. Seine Schlittschuhszene vor den Toren Antwerpens war sehr einflussreich und kann als eine Art Prototyp für die Darstellung von Menschen, die sich auf dem Eis amüsieren, angesehen werden. Während der kleinen Eiszeit entstand eine große Zahl von Gemälden, die das Leben auf und mit dem Eis dokumentieren. - Im 17. Jahrhundert wurde die Platte von Johannes Galle neu aufgelegt und bei dieser Gelegenheit mit einer dreisprachigen Überschrift versehen, die dem Bild „Die Unsicherheit des menschlichen Lebens“ als Thema zuschreibt. Diese Lesart des Stiches, bei der man die Glätte des Eises mit der Unbeständigkeit des Lebens gleichsetzte, wurde zusätzlich durch einen Vers unterhalb des Bildes betont. Dort wird die Art der Fortbewegung auf dem Eis mit der Art, das Leben zu meistern, verglichen. Die dummen Schlittschuhszenen als Bildthema wurden vor allem durch die Graphiken und Gemälde von Pieter Bruegel beliebt. Seine Schlittschuhszene vor den Toren Antwerpens war sehr einflussreich und kann als eine Art Prototyp für die Darstellung von Menschen, die sich auf dem Eis amüsieren, angesehen werden. Während der kleinen Eiszeit entstand eine große Zahl von Gemälden, die das Leben auf und mit dem Eis dokumentieren. - Im 17. Jahrhundert wurde die Platte von Johannes Galle neu aufgelegt und bei dieser Gelegenheit mit einer dreisprachigen Überschrift versehen, die dem Bild „Die Unsicherheit des menschlichen Lebens“ als Thema zuschreibt. Diese Lesart des Stiches, bei der man die Glätte des Eises mit der Unbeständigkeit des Lebens gleichsetzte, wurde zusätzlich durch einen Vers unterhalb des Bildes betont. Dort wird die Art der Fortbewegung auf dem Eis mit der Art, das Leben zu meistern, verglichen. Die dummen Schlittschuhszenen als Bildthema wurden vor allem durch die Graphiken und Gemälde von Pieter Bruegel beliebt. Seine Schlittschuhszene vor den Toren Antwerpens war sehr einflussreich und kann als eine Art Prototyp für die Darstellung von Menschen, die sich auf dem Eis amüsieren, angesehen werden. Während der kleinen Eiszeit entstand eine große Zahl von Gemälden, die das Leben auf und mit dem Eis dokumentieren. - Im 17. Jahrhundert wurde die Platte von Johannes Galle neu aufgelegt und bei dieser Gelegenheit mit einer dreisprachigen Überschrift versehen, die dem Bild „Die Unsicherheit des menschlichen Lebens“ als Thema zuschreibt. Diese Lesart des Stiches, bei der man die Glätte des Eises mit der Unbeständigkeit des Lebens gleichsetzte, wurde zusätzlich durch einen Vers unterhalb des Bildes betont. Dort wird die Art der Fortbewegung auf dem Eis mit der Art, das Leben zu meistern, verglichen. Die dummen Menschen würden stolpern oder gar fallen, die weisen jedoch würden stolz und aufrecht durchs Leben gehen. -

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