
Unknown artist
„Jupiter im Himmel, herrscht über allen Dingen mit strahlendem Licht und umgibt alle geschaffenen Dinge mit seiner Wärme. Mit seiner großen Hand streut er raue Waffen aus, und der selbe Gott erhellt alles mit seinem Bogen, aus welchem er das Feuer ausstrahlt.“ So lautet die Inschrift unter dem Kupferstich von Jan Sadeler, der Jupiter als eine Personifikation des Feuers zeigt. Der Kupferstich ist in der linken unteren Ecke mit T.B.A. in.(venit) monogrammiert. Diese Initialen verwandte der Maler Dirck Barendsz., der seinen Namen zu Theodorus Bernardus Amsterodamus lateinisiert hatte. - Jupiter, der älteste und höchste unter den römischen Göttern, ist mit seinen Attributen dargestellt. Er fliegt auf einem Adler, in seinen Händen hält er Blitzpfeile und Feuerflammen. Hinter ihm strahlt die Sonne, deren Flammen sich über das ganze Bild erstrecken. Jupiter selbst ist als nackter, muskulöser Mann dargestellt. Sein reifes Alter wird unter anderem durch den Bart und das weiße Haar unterstrichen. - In der Mythologie gilt Jupiter ursprünglich als Gott des Lichts und des Himmels, wie auch der griechische Gott Zeus, mit dem er später gleichgesetzt wurde. Daneben ist Jupiter der Wettergott, der Blitz, Donner und Regen schickt. Häufig wird er auch als Blitzschleuderer genannt. Seine Attribute sind Zepter, Blitz und Adler. In Ovids Metamorphosen erscheint Jupiter als Vater von zahlreichen Göttern und Halbgöttern. Die heute bekanntesten Söhne des Himmelsherrschers sind unter anderem Merkur, Bacchus und Herkules. Laut Ovid geht die Jahreszeitengliederung in vier Zeiträume auf Jupiter zurück, der die Dauer des Frühlings verkürzt habe und den Herbst ungleichmäßig machte. - „ Das Feuer“ bildet den letzten Kupferstich in dieser Elementenfolge. In ihr werden die Elemente von mythologischen Gestalten verkörpert. Pallas Athene, Zeus’ Tochter, vertritt die Erde, Neptun das Wasser, Juno, der griechischen Hera gleichgesetzt, die Luft und Jupiter das Feuer. - Dirck Barendsz verzichtet im Unterschied zu Kat. 73 auf erzählerische Aspekte. Vielmehr konzentriert er sich auf die Personifikation des jeweiligen Elements selbst und verleiht dieser nur die notwendigsten Attribute. Ikonografisch gesehen steht diese Art der Darstellung am Anfang der Entwicklung. - Zunächst und bereits in der Antike verkörperten Göttergestalten und Aktfiguren die Elemente, Jahreszeiten, Monate und vieles mehr. Im Laufe des 16. Jahrhunderts veränderte sich jedoch die Darstellungsweise dahingehend, dass die Personifikationen durch alltägliche Genreillustrationen ersetzt wurden. - Die Personifikation des Feuers ist in starker perspektivischer Verkürzung in Untersicht dargestellt. Dadurch gewinnt das Bild an Dynamik und Tiefe. Ähnliche Stilmittel werden auch im Bereich des Comics angewandt.
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