Unknown artist
Der archäologische Befund sowie die Dokumentation der 1913 vorgenommenen Ausgrabungen erlauben keine genauen Rückschlüsse, ob die im "Pfarrgärtle", im Schutt der auf römischen Ruinen erbauten mittelalterlichen Kapelle entdeckten Wandmalereien römischen oder mittelalterlichen Gebäuderesten zuzuordnen bzw. wie sie genau zu datieren sind.Während die Fundsituation eher für eine mittelalterliche Zeitstellung spricht, befindet sich auf dem polychromen Wandmalereifragment ein in den römischen Nordwestprovinzen häufig anzutreffender horizontaler Zonen- bzw. Streifendekor. In einen gelben bzw. weißen Untergrund sind ein rotes und ein schwarzes Band in charakteristischer Farbkombination eingemalt.Die Wandmalereien wurden in Freskotechnik auf einem Untergrund aus mehreren Lagen von grobem bis feinem Kalkmörtelverputz in noch feuchtem Zustand aufgetragen. Beim Trocknen erfolgte eine chemische Reaktion, das sog. Abbinden: das Kohlendioxid der Luft reagierte mit dem Kalkwasser der Malfarbe zu Kalziumcarbonat. So wurden die Farbpigmente fest in die Oberfläche eingebunden. Dies führte einer besseren Haftung der Malmittel am Untergrund bzw. zu einer längeren Haltbarkeit der Malereien.
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