Unknown artist
Das Freskobruchstück mit zwei- bzw. dreifarbigem Felddekor (Panneaux) zeigt den für die römische Wandmalerei kennzeichnenden, nach ihrem wichtigsten Fundort benannten Farbton „Pompejanisch Rot“. Für die Herstellung von Rot gab es mehrere Methoden: Meist wurde sog. Roter Ocker verwendet. Dieser besteht hauptsächlich aus Eisenoxyd (Hämatit), das natürlich in Eisenglanz oder Rötel vorkommt. Das sog. Bleirot (Menninge) hingegen entsteht durch Aufglühen von Bleiweiß. Wertvoller war Zinnober, dessen Rohstoff Cinnabarit, ein Quecksilbersulfid, aus Spanien importiert werden musste. Als Rotpigment diente gelegentlich auch Arsensulfid (Sandarak oder Realgar). Röntgenfluoreszenzanalysen der Wössinger Wandmalereien ergaben, dass in der roten Farbe neben Eisen auch Blei sowie Zinnober und Realgar vertreten sind. Es kamen demnach chemisch verschieden zusammengesetzte rote Farben zur Anwendung.Auch die gelben Farbpigmente wurden aus Eisenoxydpartikeln gewonnen. Solche sind in einigen tonhaltigen Erden enthalten, insbesondere im Eisenhydroxid von Ocker, dem sog. Berggelb (Goethit).
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