
Unknown artist
Diese Skizze einer Palme zeichnet sich insbesondere im Bereich der Zweige durch ihre detailgenaue Wiedergabe aus. Unterer Teil und Stamm sind nur leicht mit dem Bleistift angedeutet, die einzelnen Stränge des Baumes und die Blätter dagegen durch starke Kontra- ste herausgearbeitet. Daneben lassen sich rechts und links der Pflanze jeweils einzeln gezeichnete Palmenzweige erkennen. Gera- de weil die Zeichnung aufgrund des begrenzenden Papierrandes nur den Ausschnitt der Palme wiederzugeben vermag, wirkt es, als würden die einzelnen Palmenzweige den weiteren Wuchs nach rechts und links demonstrieren. - Palmen waren wichtige Staffageelemente für Bendemanns bi- blisch-alttestamentliche Gemälde. So ist dies nicht die einzige Zeichnung einer Palme. In dem bereits erwähnten Skizzenbuch im Besitz des Museums Kunstpalast Düsseldorf lässt sich eine Zeich- nung mit dem Titel „In Menton“ finden, welche eine Palme als Teil einer Landschaft mit Figuren und Häusern zeigt. - Das Blatt stammt ebenso wie die Doppelseite (Kat. Nr. 56r+v) aus dem aufgelösten Skizzenbuch von 1867. Darauf verweisen nicht nur die Maße der Zeichnungen im Vergleich, auch die Datie- rung, die als 12. März gelesen werden kann, sowie die lokale Zu- ordnung „Mentone“ auf der Skizze lassen auf eine Zusammenge- hörigkeit schließen (s. Skizzenbuch, Standort: Düsseldorf, Museum Kunstpalast, Inv. Nr. 1971/260). - Es gibt eine weitere Zeichnung Bendemanns, die den gleichen Sammlungsstempel, die gleiche Datierung von 1867 und auch die (nahezu) identischen Maße wie die Landschafts- und die Palmen- zeichnung vorweist. Zusammen mit den Zeichnungen in der Göt- tinger Sammlung stammt sie vermutlich aus dem gleichen aufgelö- sten Skizzenbuch. Dabei handelt es sich um die ebenfalls bei der Boerner-Auktion 68 versteigerten Zeichnung Gebirgslandschaft bei Gorbio, im Vordergrund drei Frauen und Kinder am Brunnen, versehen mit der Aufschrift „Gorbio (Mentone)“ (Auktionskatalog C. G. Boerner, 1969, Kat. Nr. 3). Sie befand sich zuletzt im H.W. Fichter Kunsthandel Frankfurt/Main (Kunsthandel Fichter, 2010, S. 11/12), wurde dort unter dem Titel „Wäscherinnen in Gorbio 1867“ verkauft und befindet sich nun in Privatbesitz. -
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