
Unknown artist
Auf diesem Blatt brachte Bendemann vier Arm- sowie drei Gewandstudien unter. Alle diese Skizzen gehören zu einer Figur, die erst in der Endfassung des Gemäldes auftaucht: Sie können der Person zugeordnet werden, die Jeremias anklagt. Diese steht im Bild links hinter der in Kat. 33, 34 und 35 vorbereiteten Figur. Dieselbe Figur studierte Bendemann auch auf einem Blatt aus dem Berliner Kupferstichkabinett (Achenbach 2007, S. 63, Z 35). Zu sehen sind oben links zwei Arme mit geballten Fäusten. Beim linken Arm wurde fast vollständig auf eine Binnenzeichnung verzichtet; der rechte Arm hingegen lässt durch Weißhöhungen und Verschattungen klar erkennen, von wo aus das Licht einfällt. Ausformuliert wurden auch die Muskelstränge auf dem Unterarm. Der Kontur der Hand und der unteren Seite des Armes wurden kräftig schwarz nachgezogen. Die Faust ist bis hin zu den einzelnen Knöcheln und dem Fingernagel des Daumes ausgearbeitet. Darunter erscheinen nochmals – weniger weit ausgeführt – eine linke und eine rechte Faust. Die linke Faust wird teilweise von der Studie der Kopfbedeckung überschnitten. Diese weist eine komplexe Faltung auf, bei der zwischen der quer über das Haupt geführten Krempe und dem über der Schulter drapierten Stoff differenziert wird. Die Schattierungen werden durch die Weißhöhungen aufgewertet. Eine streifenförmige Lavierung gibt eine Musterung des Tuches an. Das Gesicht ist nur in Ansätzen ausgeführt. Der Gewandstudie im linken unteren Teil des Blattes verlieh Bendemann keine Farbe und auch nur einen einfachen Faltenwurf. Mit langen, geraden Bleistiftstrichen wurde ein Ansatz von Schat- tierung vorgenommen. Wozu die untere Studie eines Stück Stoffes gehört, ist nicht ersichtlich. In S-Linien beschreibt er eine Krümmung nach rechts. Die dunkle Kreide wurde flächig aufgetragen.
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