Haus der Museumsgesellschaft in Karlsruhe, Schnitt
TIB - Leibniz Information Centre for Science and Technology and University Library

Haus der Museumsgesellschaft in Karlsruhe, Schnitt

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CC0 — Public Domain
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Schnitt durch den Festsaal ohne die Seitenflügel mit Blickrichtung auf die hofseitige Fensterfront. Zweischiffiges, tonnengewölbtes Kellergeschoss, darüber Erdgeschoss und der sich über erstes und zweites Obergeschoss erstreckende Festsaal. Nachträgliche Skizze zur Dachkonstruktion sowie Detail eines korinthischen Säulenkapitells für den Festsaal in Grafitstift. Zu den zahlreichen realisierten und stadtprägenden Großbauten Friedrich Weinbrenners in Karlsruhe gehörte auch das im Dezember 1814 eingeweihte „Museum“, das 1918 einem Großbrand zum Opfer fiel. Das von Weinbrenner ab 1813 geplante Gebäude diente jedoch weniger als Ausstellungsbau oder Magazin, sondern war Versammlungs- und Veranstaltungsort der 1784 als Lesegesellschaft gegründeten Vereinigung der „Museumsgesellschaft“ (bzw. „Museum“, ab 1808), deren Mitglieder fast ausschließlich aus den Kreisen der Karlsruher Oberschicht des Bürgertums und der Aristokratie entstammten. Die Räume mit ihrer hochwertigen Ausstattung, allen voran der zentrale Saal, boten Platz für exklusive Konzerte, Bälle und Gesellschaftsabende und bildeten das gesamte 19. Jahrhundert über ein Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in der Stadt. Charakteristisch für das Bauwerk war seine Eckrotunde, die die beiden entlang der Ritterstraße (bis 1820 Rittergasse) und der Kaiserstraße (bis 1849 Lange Straße) verlaufenden Gebäudeflügel architektonisch verband. Weinbrenners wandte diese Ecklösung hier erstmals an. In verschiedenen Varianten kam sie in der Folge bei Bürgerhausprojekten, aber auch weiteren öffentlichen Bauten wie dem Landstandsgebäude (ab 1820) noch mehrfach zum Einsatz und entwickelte sich zu einem markanten Motiv seiner Architekturschule. Auch die Architekten des zwischen 1922 und 1924 errichteten Nachfolgebaus, Arthur Pfeifer und Hans Grossmann, griffen dieses Motiv als Referenz an das abgebrannte Vorgängergebäude und seinen Architekten auf. Der vermutlich 1813 von Weinbrenner erstellte Plansatz zum Projekt für das Haus der Museumsgesellschaft umfasste wahrscheinlich insgesamt acht Blätter, die sich heute auf unterschiedliche Archive verteilen. Neben den beiden hier vorgestellten Blättern aus der Sammlung Haupts befindet sich ein Plan mit der Ansicht der „Facade gegen die Lange Straße“ im Stadtarchiv Karlsruhe. Der größere Teil des Plansatzes mit drei Grundrissen und zwei weiteren Schnitten, wird heute in den Architectural Archives der Universität Pennsylvania aufbewahrt. Alle Blätter sind in der Zeichentechnik einheitlich und besitzen Weinbrenners charakteristisches Signaturkürzel „Wb“. Sie sind in römischer Zählung durchnummeriert und mit einem Maßstab in „Fuss“ versehen. Mit Ausnahme der beiden Hannoveraner Blätter findet sich auf allen anderen Blättern zusätzlich ein Bürostempel Weinbrenners, was darauf hindeutet, dass der Plansatz vermutlich schon zu Weinbrenners Lebzeiten oder kurz nach seinem Ableben getrennt wurde. Auf die Verwendung der Blätter im Planungs- und Bauprozess deuten bei dem in der Sammlung aufbewahrten Querschnitt noch ergänzende Maßangaben sowie Bleistiftskizzen zur Dachkonstruktion und einem Säulenkapitell hin. Obwohl Haupt die Autorschaft der beiden Zeichnungen kannte und auch entsprechend im Verzeichnis vermerkt hatte, wurde die Zuordnung zum Projekt des Hauses der Museumsgesellschaft nicht von ihm festgehalten. Das Gebäude muss Haupt aber aus seiner Karlsruher Studienzeit und seiner Zeit am großherzoglich badischen Schlossbauamt zwischen 1876 und 1878 wohl vertraut gewesen sein. In der bereits zu Haupts Lebzeiten ausgeprägten Forschung zu Weinbrenner blieben die Haupt‘schen Bestände von Originalzeichnungen – Haupt verzeichnet insgesamt 8 Blätter – sowie Zeichnungen seiner Schüler jedoch unbekannt.

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