Unknown artist
Dürer entwarf um 1502 einen Wappenholzschnitt für seinen Freund, den Humanisten, Gelehrten und Sammler, Willibald Pirckheimer (1470-1530). Das Exlibris zeigt das Ehewappen von Pirckheimer und seiner Ehefrau Crescentia, einer geborenen Rieter. Über den beiden einander zugeneigten Schilden in stilisierter Tartschenform, die zum einen eine entwurzelte Birke und zum anderen eine doppelschwänzige Sirene zeigen, erhebt sich frontal ein Stechhelm samt einer ausschwingenden Helmdecke aus Akanthuslaub. Als Helmzier fungiert der Torso eines bärtigen Mannes mit drei Birkenblättern im Haar. Der Aufbau wird von zwei geflügelten Putten getragen. Den Rahmen bilden Füllhörner, eine von Genien gehaltene Girlande, in der mittig ein Tierschädel hängt, und ein Puttenkampf. Zusätzlich zu dem eingedruckten Eigentumsvermerk, der den Holzschnitt nach unten abschließt, ist die Widmung "SIBI ET AMICIS.P." in die Darstellung integriert, die der Bamberger Sammler Heller Jahrhunderte später für sein eigenes Bücherzeichen adaptierte. Bei Pirckheimers Exlibris wurde mit einem separaten Holzstock teils eine Schriftleiste zugefügt, die auf Hebräisch, Griechisch und Latein "Gottesfurcht ist der Ursprung der Weisheit" enthält. (Vgl. Schoch II.115.130) Der Holzschnitt ist nicht monogrammiert, weshalb Heller ihn unter der Rubrik "Zweifelhafte Blätter" in seine 1827 erschienene Dürer-Publikation aufnahm. (Vgl. Heller Dürer 1827 II.809.2139)
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