Die Darstellung im Tempel
Bamberg State Library

Die Darstellung im Tempel

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

Um 1505 entwarf Dürer den Holzschnitt "Die Darstellung im Tempel" als Teil seines 1511 mit lateinischen Texten des Chelidonius verlegten "Marienlebens". Der Künstler integriert damit ein Motiv in seine Holzschnittfolge, das durch die fehlerhaft interpretierte Figur im Zentrum zu dem historischen Titel "Mariä Reinigung" führte (vgl. Schoch II.258). Da Frauen nach der Geburt eines Kindes als unrein galten, mussten sie im Tempel ein Opfer darbringen. In dem von Säulen getragenen Innenraum sind zahlreiche Menschen versammelt. Während ein Taubenopfer dargeboten wird, steht Simeon mit dem Kind hinter dem Altar. Die Seherin neben ihm verweist deutlich auf Maria, die das Geschehen mit gesenktem Haupt und vor der Brust gekreuzten Armen beobachtet. Irrtümlich beschreibt Heller in seiner Publikation des Jahres 1827 die kniende Frau als Maria. Seine Anmerkung, dass es "neue Abzüge auf blauen Papier" gebe, verweist auf den Erhalt des Holzstocks über Jahrhunderte (vgl. Heller Dürer 1827 II.648.1759). Dies ist ebenso wie die künstlerische Rezeption als Ausdruck künstlerischer Wertschätzung zu verstehen.

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