Christus am Kreuz mit der Engelbordüre
Bamberg State Library

Christus am Kreuz mit der Engelbordüre

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

1516 entwarf Dürer einen ornamental gerahmten Holzschnitt "Christus am Kreuz", der 1517 als erste Seite in dem von Hieronymus Höltzel in Nürnberg gedruckten Messbuches des Eichstätter Bischofs Gabriel von Eych stehen sollte (vgl. Schoch III.148.271). Der Gekreuzigte und die Trauernden nehmen den Bildausschnitt nahezu vollständig ein, wobei das Kreuz sowohl die Mittelachse als auch den oberen Abschluss bildet. Flankiert wird der leblose Körper von Maria und Johannes. Während der von Astwerk eingefasste Zierrahmen unten und zu beiden Seiten von Engeln mit den Leidenswerkzeugen sowie vegetabilem Rankenwerk ausgefüllt ist, zeigt der obere Abschluss Gottvater und Putten. In dieses obere Segement der Komposition leitet der Künstler durch die Strahlengloriole Christi und den Heiligen Geist in Form einer Taube über. Der Holzschnitt erschien 1524 in dem von Friedrich Peypus (1485-1534) in Nürnberg gedruckten dritten Teil von Luthers "Das Alte Testament mit fleyss verteutscht". Heller schreibt 1827, dass die Druckform noch existiert (vgl. Heller Dürer 1827 II.618). Der lange Erhalt des Holzstocks und die rege Rezeption sind als Ausdruck der künstlerischen Wertschätzung zu verstehen.

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