Unknown artist
Der Künstler kopierte Dürers circa 1510 entworfenen Holzschnitt "Christus am Ölberg", Teil seiner erstmals 1511 verlegten "Kleinen Passion", von der Gegenseite. Trotz der Seitenverkehrung und motivischer Veränderungen, z.B. die Haltung von Petrus und die Integration des Leidenskelchs, ist die Orientierung an der Vorlage deutlich erkennbar. Wie im Original zeigt der Kopist Christus im verlorenen Profil in leicht erhöhter Position kniend. Der Gottessohn hat die gefalteten Hände erhoben und neigt den Kopf in sein Gebet vertieft. Zwischen Wolken erscheint ein Engel am Himmel und präsentiert - vom Betenden unbeachtet - das Kreuz. Während im Vordergrund die Begleiter Christi, die Jünger Petrus, Johannes und Jakobus, in den Schlaf gesunken sind, versammeln sich im Hintergrund bereits die Kriegsknechte. Hinweise auf Dürer als den geistigen Schöpfer der Bildidee fehlen, doch verweist unten links die Buchstabenkombination "VS" auf den Nürnberger Künstler Virgil Solis. Typographisch ist rückseitig ein deutscher Text aufgedruckt, der die einstmalige Zugehörigkeit des Holzschnitts zu einem Buch bezeugt.
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