Christus in der Vorhölle
Bamberg State Library

Christus in der Vorhölle

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

Circa 1509 entwarf Dürer den Holzschnitt "Christus in der Vorhölle" als Teil seiner 1511 erstmals erschienenen "Kleinen Passion". Das Bildmotiv ist nicht dem Neuen Testament entlehnt, sondern basiert auf apokryphen Erzählungen (vgl. Schoch II.326.211). Nach dem Kreuztod begibt sich Christus in die Vorhölle, um die Seelen der Gerechten zu befreien. Dürer zeigt ihn rechts im Vordergrund vor einem Rundbogen kniend, das zerschlagene Höllentor zu seiner Linken, wie er das Handgelenk eines Hilfesuchenden ergreift. Während einige bereits Gerettete, darunter die Stammeltern, Johannes der Täufer und Moses, sich hinter ihm zusammendrängen und das Geschehen beobachten, sucht ein monströses Wesen oberhalb mit ausladender Gebärde vergeblich den Zugang zur Hölle zu verteidigen. Christus selbst hält die Siegesfahne in der Hand. Die rege Rezeption des Holzschnitts ist als Ausdruck künstlerischer Wertschätzung zu verstehen.

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