Unknown artist
Der Künstler kopierte Dürers 1515 entworfenen Holzschnitt "Rhinocerus (Das Rhinozerus)", der als Flugblatt Verbreitung fand. Bereits Heller vermutete in seiner 1827 erschienenen Dürer-Publikation, dass der Holzschnitt nicht direkt nach der Vorlage des Nürnberger Meisters, sondern nach einer gegenseitigen Kopie von dessen "Rhinocerus" gearbeitet wurde, die als Illustration in Conrad Gessners "Thierbuch" dient, das erstmals 1551 erschien (vgl. Heller Dürer 1827 II.695.1908 bzw. Gessner 1563). Auch in Kandels Holzschnitt steht das Tier bildparallel auf einem kaum bewachsenen Untergrund. Vielschichtig ist sein Leib mit verschiedenartig geschuppten Panzern überzogen. Während Hinweise auf Dürer als den geistigen Schöpfer der Bildidee fehlen, ist das Monogramm des eigentlichen Künstlers in die Darstellung integriert. Abzüge mit rückseitigem Text belegen, dass auch dieser Holzschnitt als Buchillustration verwendet wurde. Entsprechende Buchexemplare gingen mit Hellers Nachlass in den Bestand der Königlichen Bibliothek über (vgl. JH.Geogr.f.3 und JH.Geogr.f.6 der Staatsbibliothek Bamberg).
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