Poster mit Bildnissen von Präsident Ahmadinejad und Chamene'i
Badisches Landesmuseum Karlsruhe

Poster mit Bildnissen von Präsident Ahmadinejad und Chamene'i

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Badisches Landesmuseum Karlsruhe

Das Poster zeigt die Bildnisse der regierenden Staatspräsidenten der Islamischen Republik Iran: Links gibt sich der von 2005 bis 2013 amtierende islamisch-fundamentalistische Präsident Mahmud Ahmadinejād zu erkennen. Ihm zur Seite steht der oberste Rechtsgelehrte, d. h. politischer und religiöser Führer Irans, Seyyed Ali Chāmene'i, dessen Portrait rechts auf dem Bild zu sehen ist. Die Staatsoberhäupter flankieren die persische Flagge in den Farben Grün, Weiß und Rot, die in ihrer Mitte das Emblem der Islamischen Republik, das Allāh-Zeichen, trägt.Das Posterbild diente der Propaganda und wurde während der Amtszeit von Ahmadinejād meist in Diensträumen aufgehängt. Es entstand nach seiner Wahl zum 6. Präsidenten der Islamischen Republik Iran im Jahr 2005.Portraits von Staatsoberhäuptern, Politikern oder wichtigen Persönlichkeiten abzubilden, ist in islamischen Ländern nicht neu. Unabhängig von Werken heimischer Miniaturmaler entstanden schon früh Bildnisse mit charakteristischen physiognomischen Merkmalen des Portraitierten, die von europäischen Malern geschaffen wurden.Als erster berühmter Porträtist gelangte nach dem Fall von Konstantinopel 1453 bereits Gentile Bellini (um 1429-1507) im Jahr 1480 an den osmanischen Sultanshof. Hier fertigte er u. a. die Auftragsarbeit, das Bildnis Sultan Mehmets II. (1432-1481), an. Mit der Erfindung der Fotografie im Jahr 1839 und ihre Verbreitung kaum 25 Jahre später in der islamischen Welt, nahmen die Portraits nach westlichem Vorbild noch zu.Im 20. Jahrhundert erfolgte die Reproduktion von Fotographien der Herrschenden auf vielen Luxus-, aber auch Einrichtungsgegenständen - erneut nach europäischem Vorbild. Durch dieses Verfahren konnten die Bilder jedermann zugänglich gemacht werden. Heute stehen sie als Posterbilder einer breiten Bevölkerungsschicht zum Verkauf auf dem Basar oder in Buch- und Bildrahmenhandlungen zur Verfügung.Literatur: Stephen Vernoit, The Visual Arts in Nineteenth-Century Muslim Thought. In: Islamic Art in the 19th Century. Tradition, Innovation, and Eclecticism (= Islamic History and Civilization. Studies and Texts: 60), hrsg. von Doris Behrens-Abouseif und Stephen Vernoit, Brill, Leiden, Boston 2006, S. 19-35.

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