Egon Schiele · 1914
Grob verputzt und von Rissen durchzogen, zeigt die Hauswand Spuren des Alterns. Sie ist von unregelmäßig angeordneten Fenstern durchbrochen. Keines gleicht dem anderen: Teils offen, teils geschlossen, weist jedes Fenster eine andere Farbgebung auf. Bildfüllend ausgearbeitet, lässt die Hauswand keine Rückschlüsse auf die Umgebung zu. Nur ein schmaler Weg am unteren Bildrand deutet Raum an. Es war wohl ein Gebäude in Krumau, der Geburtsstadt von Schieles Mutter, das den Künstler auf einem seiner Malurlaube inspirierte. Um die haptische Wirkung noch zu steigern, verwendete Schiele ein Malmittel, das dem Verputz einer echten Hauswand sehr ähnlich sieht.
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