Mädchen vor dem Lotteriegewölbe
Austrian Gallery Belvedere

Mädchen vor dem Lotteriegewölbe

Peter Fendi · 1829

CC0 — Public Domain
Austrian Gallery Belvedere

Rührend, wie die junge Frau mit großen Augen auf die Zahlen blickt. Sie hat nicht gewonnen. Die Lottoscheine in ihrer Hand sind wertlos, das eingesetzte Geld ist unwiederbringlich dahin. Möglich, dass sie sich noch am „kleinen Spiel für Linz“ beteiligen wird. Doch egal, wie sie sich entscheidet, der eigentliche Gewinner steht bereits fest: Es ist der Staat, der um 1830 knapp die Hälfte aller Spieleinsätze einstrich. Ort des Geschehens ist eine Trafik, in der neben Lotterielosen auch Tabakwaren verkauft werden. Pfeifen und Tabakdosen sind in der Auslage zu sehen. Bei allem Mitleid, die die Szene hervorrufen mag – sie ist zugleich Warnung vor dem Laster des Glücksspiels und vor jenem des Rauchens.

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