http://data.europeana.eu/agent/154072 · 1905
Richard Gerstl ist ein tragischer Fall. Zwar verbringt er sein kurzes Leben ohne materielle Not, doch verfolgen ihn Schwermut und biografische Katastrophen auf Schritt und Tritt. Als Erster der jungen Expressionisten bricht er mit den geschwungenen Linien, Ornamenten und Blüten des Wiener Jugendstils. Die Schwestern Fey heben sich fast gespenstisch vom leeren, dunklen Raum ab, der sie umgibt. Keinerlei Notiz nehmen die beiden voneinander; ihre Gesichter sind maskenhaft erstarrt, die Haut unnatürlich blass, die Lippen blutleer. Ebenso radikal gestalten Schiele und Kokoschka ihre Bilder. Doch bleibt Gerstl als einzigem der drei Künstler jegliche Anerkennung bis zu seinem Freitod 1908 verwehrt.
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