Unknown artist
Dürer fertigte 1503 den Kupferstich "Maria auf der Rasenbank, das Kind stillend". Die kleine Mariendarstellung zeigt die Muttergottes, deren Kleid und langer Schleier ihre Sitzgelegenheit fast vollständig verdecken, wie sie in ruhevoller Umgebung den Jesusknaben stillt. Ihr Blick ruht sanft auf dem Gesicht des Säuglings, der in ihren Armen geborgen liegt. Das Rasenstück, auf dem sich die Szene abspielt, ist von einem Zaun eingefasst, auf dem sich - die Idylle untermalend - ein Singvogel niedergelassen hat. Die dargestellte menschliche Nähe entfaltet in Kombination mit der kompositionellen Einfriedung eine innige Atmosphäre, die durch den Verzicht auf Heiligenscheine unterstützt wird. Heller bemerkte 1827, dass das Blatt selten sei, "besonders im guten Drucke" (Heller Dürer 1827 II.413.564). Die rege Rezeption des Kupferstichs ist als Ausdruck künstlerischer Wertschätzung zu verstehen.
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