Christus am Kreuz
Bamberg State Library

Christus am Kreuz

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

Der Künstler kopierte Dürers 1509 entworfenen Holzschnitt "Christus am Kreuz", Teil seiner erstmals 1511 verlegten "Kleinen Passion", verkleinert und von der Gegenseite. Heller publizierte bereits 1827 die Vermutung, dass es sich dabei nicht um eine direkte Kopie nach dem Dürer'schen Holzschnitt handelt, sondern nach der gleichseitigen Kupferstich-Kopie, die Abraham von Waesberge (1602-1672) in Den Haag verlegt hatte (vgl. Heller Dürer 1827 II.610 und I E 39ab der Staatsbibliothek Bamberg). Auch der Kopist zeigt im Zentrum das Kreuz mit dem leblosen Leib Christi. Die blutende Seitenwunde holt eindrücklich die ausgestandenen Qualen ins Bild. Ein strahlender Kreuznimbus dient der Nachtszene als Lichtquelle, kündet bereits von der Überwindung des Todes und erhellt das Bildpersonal. Während links bewaffnete Männer stehen, sind rechts im Blatt die Trauernden versammelt. Drei Frauen wenden sich in stiller Verzweiflung einander zu, Johannes wirft klagend die Arme gen Himmel und Maria Magdalena sinkt zu Füßen des toten Heilands. Heller erwähnt spätere Abzüge mit der mit der Nummer "17" (vgl. Heller Dürer 1827 II.587.1473).

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