Unknown artist
Wenzel von Olmütz kopierte Dürers frühes Werk "Vier nackte Frauen (Die vier Hexen)", bei dem es sich um den ersten datierten Kupferstich des Meisters handelt, kurz nach dessen Entstehung. Dabei orientierte er sich deutlich an der Vorlage. In einer Kugel oberhalb des Geschehens steht die Jahreszahl "1497" und die bis heute nicht entschlüsselbare Abkürzung "O•G•H•". In der Mitte eines Raums stehen vier nackte Frauen, deren Körper und Blicke in verschiedene Richtungen zeigen. Bei denjenigen, die den Betrachtenden zugewandt sind, ist der Schambereich durch eine Draperie verdeckt. Nur die Kopfbedeckungen lassen Rückschlüsse auf ihre Lebenssituation zu. Sowohl die Tür rechts als auch der Durchgang, aus dem am Blattrand das Höllenfeuer züngelt und eine teuflische Fratze blickt, wirken ebenso rätselhaft wie die beschriftete Kugel. Zwar holt die Jahreszahl den eigentlichen Entstehungszusammenhang ins Blatt, doch wird nicht konkret auf Dürer als den geistigen Schöpfer der Bilidee verwiesen. Anstelle seines Monogramms ist das Zeichen des Kopisten integriert. Laut Vogt wurde die Platte bis ins 19. Jahrhundert abgezogen (vgl. Vogt 2008, Kat.-Nr. 22).
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