Unknown artist
Der Künstler kopierte Dürers 1523 gefertigtes Bildnis, das im Gegensatz zu dem einige Jahre zuvor im Zusammenhang mit dem Reichstag in Augsburg 1518 entstandenen Kupferstich "Der kleine Kardinal", auch "Der große Kardinal" genannt wird, von der Gegenseite. Der Kopist orientierte sich deutlich an der Vorlage und zeigt den Dargestellten als Brustbild im Profil mit dem Kardinalswappen und zwei Inschriften in dafür bestimmten Textfeldern. Bereits Heller bezeichnete, zusätzlich zur Seitenverkehrung, die ungleichmäßige Anordnung der Buchstaben als Unterscheidungsmerkmal zum Original. Weiterhin erläuterte er die unterschiedlichen Zustände. Ihm zufolge hätten einige Abzüge unten rechts des Inschriftenfelds die ligierte Buchstabenkombination "FCNM." und insgesamt gebe es verschiedenfarbige Abzüge in Clair-obscur-Technik. In seinen Ausführungen bezog er sich auf Heinrich Sebastian Hüsgens Hinweis aus dem Jahr 1778, mit dem dieser auf betrügerische Versuche seitens des Kunsthandels durch das nachträgliche Anbringen von Künstlerzeichen aufmerksam machte. Ein Exemplar von Hüsgens Raisonnirendem Verzeichnis hatte Heller im Besitz (vgl. JH.Bg.o.185 der Staatsbibliothek Bamberg). Heller zufolge sei es Prestel gewesen, der das Zeichen mit einem Papier abgedeckt habe, um auch Abzüge ohne es verbreiten zu können. Neben dem Dürer-Monogramm ist in zahlreichen Abzügen des Bildnisses von der Buchstabenkombination "FCNM.", die laut Heller von manchen "als Nicolaus Christ. Matthes" ausgelegt wird, nur der Punkt abgedruckt (vgl. Heller Dürer 1827 II.519.1037).
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