Unknown artist
1514 schuf Dürer mit dem Kupferstich "Hieronymus im Gehäus" einen seiner drei Meisterstiche. Diesen Titel nannte er selbst mehrfach im Tagebuch seiner niederländischen Reise (vgl. Schoch I.174.70). Er zeigt den Kirchenvater leicht aus dem Zentrum gerückt, wie dieser an einem Tisch sitzend die Bibel aus dem Griechischen überträgt. Im Vordergrund liegt der Löwe, das Symboltier des Heiligen, neben einem schlafenden Hund, wiederholt auch als Fuchs gedeutet. Während sich auf dem Tisch nichts als das Schreibpult, ein Tintenfässchen und ein Kruzifix befindet, ist der Raum sonst durch ein Sammelsurium an unterschiedlichsten Dingen angefüllt: von Büchern, über Vanitas-Motive wie Totenschädel oder Sanduhr, bis hin zu einfachen Utensilien wie einer Schere, Kerzen, Pantoffeln unter der Fensterbank oder Hieronymus' Hut an der Wand. Das durch die Butzenscheiben eindringende Licht entwickelt ein dekoratives Schattenspiel an den Fensterlaibungen. Dürer arbeitete das Blatt mit gereifter technischer Raffinesse aus, so dass Oberflächenstrukturen und Materialien deutlich differenziert wiedergegeben sind. Die auffallend rege Rezeption des Kupferstichs ist als Ausdruck künstlerischer Wertschätzung und der Beliebtheit des Motivs zu verstehen.
Sign in to order prints, canvas, and more of this work. Browsing and full-resolution downloads stay free.