Die Heimsuchung
Bamberg State Library

Die Heimsuchung

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

Der Künstler kopierte Dürers 1503/04 entworfenen Holzschnitt "Die Heimsuchung", eine Szene aus dem 1511 vollendeten und verlegten "Marienleben" des Nürnberger Meisters, verkleinert und von der Gegenseite. Dass er für seine Folge fast die identische Motivauswahl wie Raimondi kopierte (vgl. Nagler Monogrammisten IV.507.1646), legt eine Verbindung nahe. Obwohl er das Motiv, zusätzlich zur Veränderung von Format und Ausrichtung, in die Technik des Kupferstichs übersetzte und um eine lateinische Bezeichnung ergänzte, ist die Orientierung an der motivischen Vorlage deutlich zu erkennen. Maria macht sich im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft in die Berge auf, um ihre Verwandte Elisabeth zu besuchen, die ebenso ein Kind erwartet. Als sie den Gruß Mariens hört, hüpft dieses - Johannes der Täufer - in ihrem Leib, weil der Heiland naht. In der Komposition halten sich die beiden Frauen vor einer hoch aufragenden Landschaftskulisse vertrauensvoll in den Armen. Die anderen Anwesenden, ein Mann im Hauseingang sowie weitere Frauen, rahmen die Begegnung der Protagonistinnen. Weder ist ein Hinweis auf Dürer als den geistigen Schöpfer der Bildidee noch auf den eigentlichen Künstler oder die Entstehungszeit in die Darstellung integriert.

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