Unknown artist
Der Künstler kopierte Dürers um 1510 entworfenen Holzschnitt "Die Sendung des Heiligen Geistes", Teil seiner 1511 erstmals verlegten "Kleinen Passion", von der Originalseite. Obgleich er das Motiv in die Technik des Kupferstichs übersetzte, ist die Orientierung an der Vorlage deutlich erkennbar. Auch der Kopist zeigt Maria im Zentrum sitzend. Den Betrachtern zugewandt, hält sie ein aufgeschlagenes Buch auf ihrem Schoß und ist umringt von zahlreichen Anhängern Christi. Während sie selbst ihre Aufmerksamkeit auf das Buch richtet, senkt sich über ihr der Heilige Geist in Form einer Taube herab. Von seiner Strahlengloriole erhellt, sind die Reaktionen der Anwesenden durchaus verschieden: sie blicken gen Himmel, stecken die Köpfe zusammen oder beten. Zwar verweist das Monogramm auf Dürer als den geistigen Schöpfer der Bildidee, doch ist kein Hinweis auf den eigentlichen Künstler oder die Entstehungszeit integriert. Heller nennt den Kupferstich in seiner Publikation 1827 "Waesbergen'sche Kopie" (Heller Dürer 1827 II.599.1601) und verweist damit auf den in Den Haag ansässigen Verleger Abraham van Waesberge. Dieser ließ die Folge von verschiedenen Künstlern stechen (vgl. Ausst.-Kat. Aachen 2004, S. 269).
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