Unknown artist
Dürer fertigte den Kupferstich "Der heilige Eustachius", den Heller als sein "Hauptblatt unter den Kupferstichen" bezeichnete, um 1501. Er zeigt die Bekehrung des Heiligen in einer detailreichen Bilderzählung. Im Angesicht der Christuserscheinung, der Gekreuzigte erscheint ihm im Geweih des gerade noch gejagten Hirsches, ist Eustachius ehrfurchtsvoll in die Knie gesunken. Die Szene ist eingebettet in eine vielseitige Waldlandschaft, die nach hinten durch eine Burg, im Vordergrund durch die Windhunde und das edle Ross des Jägers abgeschlossen wird. Heller erwähnt 1827, dass die Platte noch existiere und zunächst in Besitz von Kaiser Rudolph und seinerzeit im Privatbesitz von Joseph Redtenbacher (1810-1870) gewesen sei (vgl. Heller Dürer 1827 II.442.727). Als Horror vacui setzte Dürer verschiedenste Materialitäten und Oberflächenstrukturen um und konnte damit sein technisches Können demonstrieren. Er verschenkte den im Format größten seiner Kupferstiche mindestens sechs Mal während seiner niederländischen Reise (vgl. Schoch I.92.32). Die rege Rezeption ist als Ausdruck künstlerischer Wertschätzung zu verstehen.
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