Der Reiter (Ritter, Tod und Teufel)
Bamberg State Library

Der Reiter (Ritter, Tod und Teufel)

Unknown artist

CC0 — Public Domain
Bamberg State Library

Mit "Der Reiter", auch unter dem Titel "Ritter, Tod und Teufel" bekannt, fertigte Dürer 1513 einen Kupferstich, der neben "Hieronymus im Gehäus" (vgl. I C 43 der Staatsbibliothek Bamberg) und "Melencolia I (Die Melancholie)" (vgl. I D 9 der Staatsbibliothek Bamberg) zu Dürers seit Jahrhunderten so bezeichneten und oftmals gemeinsam interpretierten Meisterstichen gehört (vgl. Schoch I.166-168). Wie den beiden anderen sind auch diesem vielseitige Deutungsmöglichkeiten zu eigen. Im Tagebuch seiner niederländischen Reise, von dem Heller eine der beiden heute noch erhaltenen Abschriften besaß (vgl. JH.Msc.Art.1#1 der Staatsbibliothek Bamberg), erwähnt Dürer ihn schlicht als "Reiter". Bildparallel füllen der gerüstete Reiter und sein Pferd das Blatt nahezu vollständig aus. Eine Lanze über die Schulter gelegt, bahnt er sich zielstrebig den Weg durch eine düstere und felsige Landschaft, die von kahlen Gewächsen und Getier besiedelt ist. Hinter der Hauptfigur eröffnet sich der Blick auf eine Burganlage, die sich im Hintergrund auf einem Berg erhebt. Ein Hund, der neben dem Reiter geht, legt Witterung aufnehmend ängstlich seine Ohren an. Vermutlich bemerkt das Tier die Anwesenheit der dunklen Gestalten. Der Tod selbst reitet auf einem klapprigen Pferd mit Totenglöckchen um den Hals und präsentiert das Stundenglas. Auch der Teufel, als Mischwesen dargestellt, ist dem Reiter auf der Spur. In die Hauptfigur wurden über Jahrhunderte wiederholt real existierende Persönlichkeiten hineininterpretiert, z.B. Franz von Sickingen. Die rege wissenschaftliche und künstlerische Rezeption des Kupferstichs ist Ausdruck künstlerischer Wertschätzung und der fortwährenden Beliebtheit des Motivs.

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