Arnold Böcklin · 1887
Fest hat der Meermann einen Seehund am Nackenfell gepackt. Staunend schaut sein Kind auf den Fang, während die Mutter einen schlafenden Säugling eben noch festhält. Böcklins Meeresidylle kann als bürgerliche Familie gedeutet werden, von der sich der Maler gleichzeitig mit leichter Ironie distanziert. Statt um einen Tisch hat sich die Familie um einen Felsen versammelt, wobei die klassische Rollenverteilung unangetastet bleibt: Der Mann sorgt für das Auskommen der Familie, die Frau kümmert sich um die Kinder. Doch ist die Meerfamilie frei von gesellschaftlichen Normen und Zwängen. Nackt bewegt sie sich in ihrem Element, dem Wasser, ganz ohne Scham, aber auch ohne zur Schau gestellte Erotik.
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