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Nur selten in seiner Karriere beschäftigt sich Gustav Klimt mit biblischen Themen. In einem seiner letzten Werke, das infolge seines Todes unvollendet geblieben ist, zeigt er das erste Menschenpaar – Adam und Eva. Doch interessiert ihn nicht die Episode des Sündenfalls, sondern die Figur der Eva als Inbegriff alles Weiblichen. Adam hat die Augen geschlossen, den Kopf liebestrunken geneigt und schmiegt sich zärtlich an sie. Evas Blick gilt aber uns. Die Anemonen am Boden sind als Sinnbilder für Fruchtbarkeit bekannt, das Leopardenfell galt im antiken Griechenland als Symbol für ungezügeltes Begehren. In Klimts Interpretation erscheint also Eva – und nicht etwa die Schlange – als Verführerin.
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