Egon Schiele · 1911
Verwelkt und ausgedörrt hängen die braunen Blätter herab. Mächtige Blütenköpfe blicken kraftlos auf ihre Sprösslinge, doch können selbst die kleinen frischen Blüten den Verfall nicht mehr aufhalten. Wie Gustav Klimt hat sich wohl auch Schiele das Faible für Sonnenblumen von Vincent van Gogh abgeschaut. Allerdings bricht der junge Maler radikal mit Klimts dekorativem Erbe. Stattdessen bestimmen Verrenkungen, Verzerrungen und Deformationen die expressive Ausdrucksform seiner Werke. So werden sogar einzelne Sonnenblumen zum Spiegelbild von seelischer Zerrissenheit und zum Symbol für alles Vergängliche. „Ich bin Mensch. Ich liebe den Tod und ich liebe das Leben“, erklärt er, Schiele, selbst einmal.
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