Faust und Mephisto in der Studierstube
Austrian Gallery Belvedere

Faust und Mephisto in der Studierstube

Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld · 1818

CC0 — Public Domain
Austrian Gallery Belvedere

Der verhärmt und verbittert wirkende Faust blickt gerade von seinem Lesepult auf zu Mephisto in Menschengestalt. Der Protagonist, dessen Kleidung dem Stil des 16. Jahrhunderts entspricht, wurde gerade bei der Lektüre des Johannes-Evangeliums unterbrochen. Das düstere Studiolo wird nur durch eine Kerze beleuchtet, trotzdem lassen sich viele Details in der Stube erkennen. Im unteren Regal des Bücherschranks stehen die Werke "Galenus", " Alchemia" und "Hippokrates". Darüber sind "Dioscurides" und "Theophrast" zu erkennen. Vor den Regalen liegen einige Totenköpfe, die fast im Dunkel verschwinden, zwischen wissenschaftlichen Geräten. Ludwig Schnorr von Carolsfeld orientiert sich bei seiner Darstellung an Goethes Faust I. In der Beschäftigung mit dem Sujet versucht Michael Krapf das persönliche Interesse am Übersinnlichen und Magischen Schnorr von Carolsfelds abzulesen. Denn der Künstler orientiere sich genau an Goethes Faust I und übernähme auch das Übernatürliche, Okkulte und Geheimnisvolle der Begegnungsszene zwischen Faust und Mephisto. [1] — Anmerkungen: [1] Krapf, Michael: Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld. "Faust-Bilder", hrsg. v. d. Österreichische Galerie Belvedere, Wien 1982, unpag. — [Katharina Lovecky, 07/2010]

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