Unknown artist
Der Künstler kopierte Dürers 1511 entstandenen Kupferstich "Christus am Kreuz" im Vergleich zum Original leicht vergrößert, übernahm jedoch die motivischen Besonderheiten. Auch bei der Kopie handelt es sich um ein Nachtstück. Der Gekreuzigte und die wenigen Trauernden nehmen das Blatt nahezu vollständig ein, wobei das Kreuz sowohl die Mittelachse als auch den oberen Abschluss bildet. Flankiert wird der muskulöse, doch nun leblose Körper des Gottessohnes von Maria und Johannes, hinterfangen von der verzweifelt zu Boden gesunkenen Maria Magdalena. Anstelle des Dürer-Monogrammes ist Hopfers Zeichen samt dem Augsburger Pyr in die Darstellung integriert, während die Datierung fehlt. Spätere Abzüge der Radierung tragen unten mittig die Nummer "182" des Nürnberger Verlegers David Funck, der die Platte im 17. Jahrhundert besaß, nummerierte und Abzüge verbreitete. Heller erwähnt 1827, dass "die ganz neuen [Abzüge] in der Silberbergischen Sammlung" (Heller Dürer 1827 II.372.321) seien. Gemeint ist die Sammlung des Frankfurter Kunsthändlers Carl Wilhelm Silberberg, der 92 Platten der Künstlerfamilie Hopfer erwarb, reinigen ließ und 1802 in einer limitierten Auflage von 60 Exemplaren erneut unter dem Titel "Opera Hopferiana" herausgab (vgl. Jäck/ Heller 1822, S. 96). Ein Exemplar war in Hellers Besitz (vgl. JH.Art.f.47 der Staatsbibliothek Bamberg).
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